Ziele 2030
Die Agenda 2030 der UNO hat die Kraft, unsere Welt zu verändern. 17 globale Nachhaltigkeitsziele zeigen, wie wir Ungerechtigkeit bekämpfen, die Klimakatastrophe verhindern und die Welt zu einem lebenswerten und gerechten Ort für alle machen können. Bildung ist der Schlüssel dafür. Los geht’s!
Home / Ziele 2030 / Ziel 15: Leben an Land

Ziel 15: Leben an Land

Landökosysteme schützen …, Wälder nachhaltig bewirtschaften, Wüstenbildung bekämpfen, Bodendegradation beenden und umkehren und dem Verlust der biologischen Vielfalt ein Ende setzen

Die Menschheit verliert den Boden, genauer die Böden, auf denen Landwirtschaft betrieben werden kann, um die bis 2050 noch wachsende Weltbevölkerung zu ernähren. Schon ein Drittel der weltweiten Böden ist heute degradiert, d. h. in seinen Funktionen eingeschränkt oder gar vollständig unfruchtbar geworden. Unangepasste Landwirtschaft führt zu Erosion oder Versalzung, reduziert die Ernteerträge und hat im Extremfall Wüstenbildung zur Folge. Die Herausforderung lautet, mit nachhaltiger und angepasster Landwirtschaft mehr zu produzieren, um 9,5 Milliarden Menschen (2050) satt zu machen.

Auch in Österreich ist die Qualität der Böden und damit die Basis unserer Landwirtschaft stellenweise gefährdet. Vor allem der weitflächige, häufig auch unangemessen hohe Einsatz von Stickstoffdünger führt zu Nitrat-Belastungen im Grundwasser. Winderosion lässt wertvollen Humus verschwinden und auch die Bodenverdichtung durch landwirtschaftliche Maschinen wird zunehmend kritisch gesehen. Hinzu kommt der „Flächenfraß“ für Bau- und Verkehrsflächen. Der tägliche Verbrauch lag 2015 bei 6,7 Hektar pro Tag. Das entspricht der Größe von 9,3 Fußballfeldern! Diese „Versiegelungsquote“ muss dringend deutlich reduziert werden.

Quelle: 17 Ziele für eine bessere Welt. Wien, 2016

 

Diskussionsfragen:

  • Mit welchen Maßnahmen können Erosion, Versalzung und Wüstenbildung gestoppt oder verringert werden?
  • Erhaltung der (ursprünglichen) Wälder oder lukrative Waldbewirtschaftung durch schnell wachsende Bäume (z. B. Eukalyptus). Diskutieren Sie den Ökologie-Ökonomie-Zielkonflikt sowohl aus der Sicht einer nationalen Naturschutzbehörde als auch aus der Sicht lokaler Waldbesitzer*innen.
  • Vor allem durch Waldrodung, durch ausgeweitete Monokulturen und durch klimabedingte Veränderungen in den Ökosystemen sterben jährlich mindestens 11.000 Tierarten endgültig aus. Warum könnte man dies für eine bedrohliche Entwicklung halten?