Globales Lernen
will Menschen dazu befähigen, sich als Teil einer größeren, über die Grenzen des eigenen Staates hinausreichenden, Gesellschaft wahrzunehmen und daraus resultierende – individuelle und kollektive – Verantwortlichkeiten zu erkennen.
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Was ist Globales Lernen?

Der Beginn des 21. Jahrhunderts ist von tiefgreifenden und raschen gesellschaftlichen Veränderungen und Herausforderungen geprägt, die nur in ihren globalen Zusammenhängen zu begreifen sind. Ein integraler Bestandteil der 17 Nachhaltigkeitsziele ist die (von der UNESCO koordinierte) Bildungsagenda, die nicht nur eine inklusive, chancengerechte und hochwertige Bildung fordert, sondern auch die Entwickung von Kompetenzen, um grundlegende Fragen gesellschaftlicher Entwicklung mit einem globalen Denkrahmen analysieren und verstehen zu können. Obwohl wir heute über ein umfassendes Wissen verfügen, wie sehr unsere natürlichen Lebensgrundlagen durch die vorherrschende Wirtschafts- und Lebensweise gefährdet sind, werden zu wenig umfassende Schritte hin zu einer global gerechten, sozial und ökologisch verträglichen Entwicklung unternommen.

Hier setzt Globales Lernen an: es will Menschen dazu befähigen, sich als Teil einer größeren, über die Grenzen des eigenen Staates hinausreichenden, Gesellschaft wahrzunehmen und daraus resultierende – individuelle und kollektive – Verantwortlichkeiten zu erkennen. Der Weg zu einer weltbürgerlichen Verantwortung ist nicht nur, aber auch eine Frage der Bildung.

Globales Lernen – Inhalte und Ziele

Globales Lernen, das sich als Bildungskonzept im deutschsprachigen seit den 1990er Jahren entwickelt hat, beschäftigt sich mit den „Schlüsselfragen“ unserer Zeit. Es stellt Fragen nach globaler Gerechtigkeit, nach der Verteilung von Ressourcen und der Nutzung von Gemeingütern, es thematisiert unterschiedliche Konzepte von Entwicklung, Macht- und Herrschaftsverhältnisse und die Einhaltung von Menschenrechten oder die Zusammenhänge zwischen unserem Lebensstil, dem vorherrschenden Wirtschaftsmodell und den weltweiten Mechanismen von Wettbewerb, Handel und Markt. Globales Lernen definiert die Auseinandersetzung mit globalen Themen als wesentliche Querschnittsaufgabe von Bildung und fordert die Berücksichtigung globaler Bezüge bei nahezu allen Bildungsinhalten. Damit stellt Globales Lernen eine grundsätzliche Kontexterweiterung jeglichen Unterrichts dar.

Eines der wesentlichsten Ziele von Globalem Lernen ist es, (junge) Menschen auf das Leben in einer vernetzten und komplexen Weltgesellschaft vorzubereiten und sie zu befähigen, globale Entwicklungsprozesse sowie Zusammenhänge von lokalen und globalen Entwicklungen zu erkennen und kritisch reflektieren zu können. Inmitten all der Unübersichtlichkeit und Fremdbestimmtheit des Lebens gilt es aber, „glokale“ Prozesse als gestaltbare Entwicklungen wahrzunehmen und sich mit Möglichkeiten zur Teilhabe und Mitgestaltung in der Weltgesellschaft auseinanderzusetzen.

Global Citizenship Education

Global Citizenship Education (GCE) stellt eine Fortführung und gleichzeitig Erweiterung von Globalem Lernen dar, mit einer stärkeren Akzentuierung als politische Bildung im Kontext der Weltgesellschaft. Global Citizenship Education ist in den letzten Jahren zu einem international anerkannten pädagogischen Forschungs- und Praxisfeld geworden. Es ist pädagogische Leitlinie der UNESCO und Teil des Bildungsziels 4.7 der globalen Nachhaltigkeitsziele.

Globales Lernen/GCE: Kompetenzen

Die Kluft zwischen der wachsenden Komplexität der globalisierten, vernetzten Weltgesellschaft und der begrenzten Fähigkeit des Menschen, diese Komplexität zu bewältigen, bekommt immer stärkere Aufmerksamkeit. Bildung ist am ehesten in der Lage, diese Kluft zu überbrücken, denn „die unbegrenzte menschliche Lernfähigkeit erscheint geradezu als die einzige Ressource, mit deren Hilfe das menschliche Dilemma zu bewältigen ist“ (Klaus Seitz).

Welche Kompetenzen brauchen Menschen, um in dieser Weltgesellschaft Orientierung zu finden, eigenverantwortlich und gemeinschaftsfähig zu leben? Welche Fähigkeiten sind notwendig, um im Bewusstsein der eigenen Verantwortung entscheidungs- und handlungsfähig zu sein? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt des Bildungskonzepts Globales Lernen. Die Antworten lassen sich jedoch nicht einfach in ein fundiertes Kompetenzmodell übertragen. Globales Lernen umfasst komplexe Bildungsziele, für die Einstellungen und Werthaltungen sowie die Handlungsbereitschaft von großer Bedeutung sind, sie sind aber kaum operationalisierbar und messbar.

Globalem Lernen/GCE liegt ein erweiterter Kompetenzbegriff zugrunde, der personale und soziale Kompetenzen mit politischer Urteils- und Handlungskompetenz sowie mit Reflexionskompetenz kombiniert. Die UNESCO nennt außerdem folgende Kernelemente für Global Citizenship Education (UNESCO 2015):

  • Kognitive Dimension: u. a. Wissen um bzw. Verständnis für globale Zusammenhänge und Interdependenzen; kritisches Denken; Analyse- und Urteilskompetenz
  • Sozio-emotionale Dimension: u .a. Gefühl der Zugehörigkeit zur menschlichen Gemeinschaft; auf Menschenrechten beruhende Wertvorstellungen und Verantwortlichkeiten; Empathie, Solidarität und Respekt für Diversität und Vielfalt
  • Verhaltensbezogene Dimension: u.a. Motivation und Bereitschaft zu verantwortlichem Handeln auf lokaler, nationaler, globaler Ebene, Beitrag zu einer friedlichen und nachhaltigen Welt

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Der Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung der deutschen Kultusministerkonferenz hat ein Kompetenzmodell mit den Kompetenzbereichen „erkennen – bewerten – handeln“ entwickelt, das auch vielen Bildungsangeboten und -materalien des Globalen Lernens zugrunde liegt.

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